Innenraum des BürgerBahnhof mit einzelnen Tischen und Stühlen.

Ausgebremst… Quo Vadis BürgerBahnhof?

Wir berichten gerne über herausragende Ereignisse in Vohwinkels kleinem Kulturzentrum. Doch das bestimmende Element ist weiterhin die Coronakrise. Sie hat alle Vereinsaktivitäten schwer ausgebremst.

Nach einem vielversprechenden Start zu Jahresbeginn, mussten am 13. März 2020 alle Aktivitäten aufgrund des allgemeinen Lockdowns eingestellt werden. Zunächst fanden unsere Teamsitzungen per Videokonferenz statt, damit wir uns neu sortieren konnten. Termine wurden in die zweite Jahreshälfte verlegt, internationale Tourneen gleich ins Frühjahr 2021 verschoben.

Anfangs konnten einige von uns noch die neu gewonnene Entschleunigung genießen. Aber dann stellte sich bei vielen wieder die Sehnsucht nach Aktivität und Rückkehr zu gewohnten Verhältnissen ein. Denn ausgebremst werden, plötzlich innehalten müssen, nicht so schnell können wie man eigentlich will, das erzeugt auch Ungeduld, Unmut und ein Gefühl von Ohnmacht.

Neben der sehr positiv aufgenommenen „Gabenzaun“-Aktion (Bericht in der letzten Bürger-Info) haben wir ein mit der Corona-Schutzverordnung konformes Hygienekonzept erstellt und umgesetzt, um unsere Räume wieder unbedenklich für Treffen, Vermietungen und Veranstaltungen nutzbar zu machen:

Um Begegnungsverkehr zu vermeiden wurden Zugangsregeln für Foyer und WCs eingeführt, Acrylschutzscheiben an Kasse, Theke und Technikplatz montiert, sowie Desinfektionsmittelspender am Eingang, am Ausgang und in den Toiletten installiert. Eine Besucherregistrierung wurde verpflichtend, die Abendkasse abgeschafft und auf eine gute Belüftung geachtet.

Die zentrale Forderung und größte Hürde war jedoch das Abstandsgebot von 1,5m zwischen Besuchern und 4m zur Bühne. Damit schrumpfte die mögliche Gästezahl im BüBa auf 18-24. Auskömmliche Einnahmen und Gagen waren so nicht zu erzielen. Trotzdem haben wir versucht, nach sechs Monaten, ab Mitte September 2020, wieder ein kleines, feines Programm zu bieten.

Ein Konzert im BürgerBahnhof. Musiker sitzen auf der Bühne und spielen, das Publikum sitzt davor an Tischen.

Wir waren gut vorbereitet, Gäste und Künstler wussten die die gute Atmosphäre, trotz strikter Maßnahmen, zu schätzen. Dann, im Spätherbst 2020, wieder Rückschläge. Fast täglich neue, weiter einschränkende Regelungen. Aber nicht die Regeln frustrieren uns, sondern die Entwicklung der Infektionszahlen.

Dagegen wollen wir etwas tun! Um die Sicherheit und Gesundheit unserer Gäste und der ehrenamtlichen Mitarbeiter, die zum Teil bereits der Risikogruppe angehören, bestmöglich zu gewährleisten hat sich unser Team nach eingehender Diskussion Ende 2020 entschlossen, zunächst auf weitere Veranstaltungen und Vermietungen zu verzichten.

Dieser Virus zwingt uns, Distanz zu unseren Mitmenschen zu halten. Damit greift es das Herz unserer gemeinwohlorientierten Arbeit an: Menschen zusammenzubringen und gemeinsam etwas zu bewegen. Helfen heißt im Moment jedoch, soziale Aktivitäten und direkte Kontakte einzuschränken. Deshalb bleiben unsere Stühle leer. Da sich die Pandemie wohl zu einem Marathon, bis weit in die zweite Jahreshälfte 2021 hinein, auszuweiten droht, gilt es jetzt nicht in Lethargie zu verfallen.

Nicht auszudenken, wenn durch die andauernde Krise Mitglieder, Helfer und Unterstützer ausblieben. Denn wenn gewachsene Strukturen erstmal wegbrechen, lassen sie sich so schnell nicht wieder aufbauen. Wir bleiben aktiv und arbeiten an der Zukunft des BüBa. Mitmachen ausdrücklich erwünscht! Dann könnten wir nicht nur einigermaßen unbeschadet, sondern vielleicht sogar gestärkt aus dieser Krise hervorgehen: Selbstbewusster, mit neuen Fähigkeiten und Ideen.

Engagement ist und bleibt systemrelevant!


Text: Uli Kopka
Bilder: Kai Becker